Archiv für Januar 2012

[Buch] Walter Moers – Das Labyrinth der träumenden Bücher

Als kleiner Junge freute ich mich immer auf Sonntage, denn sonntags kam die Sendung mit der Maus. Da kamen dann didaktisch wertvolle Sachgeschichten, meistens zu vernachlässigende Lachgeschichten (aus einer dieser stammte dann auch das akustische Krebsgeschwür Schnappi, das kleine Krokodil) und sie endeten mit den Geschichten in denen Käptn Blaubär seinen Neffen von seinen erfundenen Abenteuern aus alten Zeiten erzählte. Es war herrlich diese halbe Stunde gehörte dem kleinen Jungen die Couch und er herrschte mit unnachgiebiger Härte über die Fernbedienung.

Ca. zehn Jahre später, der kleine Junge schläft sonntags um 11.30 lieber noch ein wenig, da er  am nächsten Tag ein Montag folgt. An Wissenssendungen sieht er ab und an mal noch Terra X, aber das ist eher die Ausnahme, den die Norm. Der Käptn musste seinen entfernten Verwandten aus Bonn weichen. Doch Mitte des Jahres kehrt zwar nicht der blaue Blaubär, sondern sein geistiger Vater zurück ins Auge des Jungen. Der kleine Junge, dessen Tag regelmäßig mit einer halbstündigen Zugfahrt begann, benutzte eben jene, um wieder Zeit zum Lesen zu finden.

Mit „Die Stadt der träumenden Büchern“ gelang es Walter Moers mich dermaßen zu fesseln, dass Mittagspausen in der Mensa ebenso zu kurz kamen, wie mein Schlaf, denn während ich früher alle Lampen entzogen bekam, um nicht noch stundenlang unter der Bettdecke zu lesen, bin ich heute selbst dafür verantwortlich mich um ausreichend Schlaf zu kümmern. Nun ja für die Zeit, welche ich mit lesen verbrachte wurden sich die Spannungskurve des Buches und meine Schlafkurve spinnefeind. Später ging es mir dann ähnlich mit Succubus Eißpin und Echo, dem Krätzchen aus „Der Schrecksenmeister“, ebenso von Walter Moers.

Wieder ein Jahr später, wir befinden uns jetzt im Jahr 2012 stolperte ich über eine Werbung für „Das Labyrinth der träumenden Bücher“. Gesehen, realisiert und gekauft. Doch „Oh Weh“, wie auch der Protagonist der beiden Bücher lies ich mich verleiten wieder nach Buchhain, Zamonien (dem Handlungsort) zurückzukehren. Und auch dieses Buch verschlang ich regelrecht, doch nach 432 Seiten detailverliebter Erzählung kommt ohne Vorwarnung, das Ende mit Hinweis auf die folgende Fortsetzung. Im Anhang findet sich die Erklärung von Moers, dass aus Zeitdruck durch den Verleger eine komplette Veröffentlichung in einem Buch nicht möglich war. Nun den Wahrheitsgehalt dieser Aussage kann und will ich nicht beurteilen. Nach diesem großen Bruch in der Geschichte blieb jedoch eine unbefriedigte Leere zurück. Nun mit etwas Abstand betrachtet kann ich sagen, dass diese Leere nichts ungewöhnliches sein kann, denn wenn man den Handlungsstrang im Nachhinein noch einmal nach vollzieht wird einem bewusst, dass es an originärer Handlung weniges gibt, dafür einen ausführlichen Stadtführer, eine ausgiebige Auflistung von Formen des Puppetismus und unverständlicherweise einer Nacherzählung des kompletten Vorgängers.

Mein Fazit: „Herr Moers ich bin enttäuscht, aber dennoch warte ich in Vorfreude auf den Nachfolger in der Hoffnung, dass dieser ein würdiger Erbe für „Die Stadt der träumenden Bücher“ wird. “

gezeichnet: Ein Fan

Hello world!

Heute am 25. Januar startet dieser Blog:

  • 24 Tage später als geplant
  • mit provisorischer Domain
  • bei provisorischem Hoster
  • mit provisorischem CMS

Alles in allem ein guter Start. 😉